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Ausnutzung des FSA: Wie Rendite vor Verkauf erfahren?

Dominik

War schon mal da
Hallo,
ist es irgendwie möglich, die Rendite schon vor einem Teilverkauf zu sehen? Also ich sehe bspw. bei einem ETF die Gesamtrendite seit Kauf grün im Portfolio. Nun möchte ich einen Teil verkaufen. Ich gehe auf z.B. auf Handeln -> Verkaufen -> Anteile -> 100
Ich sehe nun einige Informationen, bevor ich den Verkaufen-Button drücke. Leider aber nicht die erwartete Rendite, für die ich ja Steuern abführen, bzw. den Freistellungsauftrag verwenden möchte.
Der Verkauf erfolgt meines Wissen immer nach dem FIFO Prinzip (First in - First Out). Da ich die Assets nicht alle auf einmal gekauft habe, sondern nach und nach oder gar mit einem Sparplan, kann ich so gar nicht absehen, wie hoch die zu versteuernde Rendite eines Teilverkaufes ist? Gibt es irgendwie eine Möglichkeit, diese vorab in Erfahrung zu bekommen?

Danke im Voraus
 
wenn Du immer wieder mal solche Teilverkäufe mit unterschiedlichen Tranchen durchführen möchtest, bleibt dir nichts anderes über als zweigleisig zu fahren.

1. Excel dort ein Depot selber führen mit allen einzelnen Käufen und da kannst Du dann auch Teilverkäufe berechnen.
2. Portfolio Performance, ist ein kostenloses Programm zur Depotpflege.

Beides macht sich natürlich auf einem PC besser als am Handy.
 
Wirklich schade, aber das habe ich schon befürchtet. Da muss ich wohl am Wochenende mal die ganze Depotauszüge hervorkramen, in welcher Reihenfolge, Menge und Kurs ich Anteile gekauft und verkauft habe. Das stelle ich mir in Excel nicht ganz so trivial vor. Insbesondere wenn per Sparplan gar noch zerstückelte Anteilen dazukommen (bei mir zum Glück nicht der Fall), hätte ich ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung, wie das überhaupt berechnet wird. Hat jemand vielleich so ein Excel-Beispiel für eine einzelne Position, also z.B. eine Beispielaktie, welche ein paar mal nachgekauft wird?
Ein komplettes Paralleldepot möchte ich nun wirklich nicht führen. Mir geht es nur um eine einzige Position, welche ich verkaufen und zeitnah rückkaufen möchte, nur um den FSA gerade voll ausschöpfen zu können, aber nicht darüber hinausgehende Abgeltungssteuer zu verursachen.
 
Dann rate ich dir zu Portfolio Performance.
Da legst Du Dir einmalig ein Depot an, dann das Wertpapier und dann kannst Du die pdf vom Broker ganz einfach in das Programm ziehen, speichern und schon fertig.

Was das Programm nicht kann ist Vorabpauschale, dass bedeutet Du müsstest trotzdem noch ein wenig rechnen.
 
Ich möchte auch keinen externen Dienst verbinden. Ich möchte es zudem auch gerne erst mal selber verstehen und keine fertige Software nutzen, wo ich nicht weiß, wie sie es macht. Insofern habe ich mal eine Excel, bzw. Libreoffice Tabelle von einer einfachen Position angelegt, bei der ich bis dato erst 4 Käufe und keine Verkäufe hatte:
Amundi MSCI World SRI ETF:


Kaufdatum Anzahl Stückpreis Betrag (EUR)
26.08.22 10 81,00 810,00
07.10.22 20 74,03 1480,60
07.03.25 30 95,31 2859,30
07.04.25 60 83,88 5032,80


Die 4 Fremdkostenpauschalen von 1 EUR habe ich bei den Beträgen weg gelassen. Sie fällt zwar kaum ins Gewicht, aber ich wüsste trotzdem gerne mal, ob sie bei den steuerlichen Gewinn-/Verlustrechnungen berücksichtigt werden, da sie ja eigentlich nicht zum Kurs dazu gehören.
Der aktuelle Kurs liegt gerade bei 102,70EUR laut TR, was etwas über 2000EUR Rendite wäre bei vollem Verkauf. Wie kriege ich nun Excel dazu geschickt nach FIFO die Anzahl der Anteile zu berechnen, um auf 1000EUR Rendite zu kommen? Jemand einen Idee?

Nachtrag: Schade, in der Vorschau hat er eine wunderschöne Tabelle gezeigt. Nach Absetzen des Beitrags war nur noch Datenmüll da (ganz viele unformatierte Tabellen XML-Tags)

BTW: PDF-Import aus TR-Kontoauszügen würde gar nicht funktionieren, da bei älteren Trades gar keine Anzahl dabei stand. Erst die letzten Jahre ist der Zusatz quantity: auf dem Auszug dazu gekommen. Ich musste jetzt mühsam über Cash -> Transaktionen -> Transaktion suchen alle Käufe und Verkäufe rausfiltern

Nachtrag2: Ich habe das nun einfachen aufsummiert:

Kaufdatum Anzahl Stückpreis Betrag(EUR) Verkauf Rendite aufsummiert
26.08.22 10 81,00 810,00 1027,00 217,00 217,00
07.10.22 20 74,03 1480,60 2054,00 573,40 790,40
07.03.25 30 95,31 2859,30 3081,00 221,70 1012,10
07.04.25 60 83,88 5032,80 6162,00 1129,20 2141,30

Demanach müsste ich wohl 59 verkaufen, um unter 1000EUR zu bleiben. Schwerer wird die Rechnung aber wohl bei Zwischenverkäufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf eBay kaufen

Da hast Du Dir ne schöne Excel Aufgabe fürs Wochenende gestellt😜
Ich würde es über den Durchschnitt versuchen. Also jedes einzelne Stück mit Kaufpreis inkl. Anteiligen Gebühren eintragen. In der nächsten Spalte den Durchschnittspreis über eine variable Auswahl von 1-120 Stück, dann könnte man die zu erwartende Rendite zum heutigen Verkaufspreis rechnen lassen und noch eventuell anfallende Steuern rechnen lassen. Dabei beachten ETFs mit überwiegend Aktienanteil haben eine reduzierte Kapitalertragssteuer. Hier aber noch mal selber nachforschen.

Ich habe es noch nicht selber gemacht. Daher ist das bestimmt auch nicht der Weisheit letzte Schluss
 
Danke für die Tipps. Vor allem das mit der reduzieren Kapitalertragssteuer habe ich gar nicht bedacht. So wie ich verstehe, ist die gar nicht reduziert, sondern 30% der Kapitalgewinne aus dem ETF (mit mehr als 50% Aktien - der im Beispiel hat m.W. nahezu 100%) ist freigestellt. Ich ziehe dann also noch mal 30% vom Gewinn ab, bzw. rechne ihn vorher drauf. Das bedeutet ich könnte aus dem ETF Verkauf ein Gewinn von 1428,57EUR machen und bleibe bei 1000EUR FSA steuerfrei?
 
Genau, das ist auch mein Verständnis, 30% von speziellen ETFs sind freigestellt. Es muss also nur auf 70% der Kapitalgewinne aus diesen ETfs Kapitalertragssteuer gezahlt werden. FSA lasse ich jetzt mal außen vor. Für die genaue Berechnung der Netto Rendite darfst Du aber noch die am Anfang des Jahres gezahlte Vorabsteuerpauschale auch einbeziehen….🤑🤑
 
Letztendlich "programmierst" du in Excel per diverser Formeln unter Berücksichtigung von Steuergesetzen und von FIFO das, was Drittanbieter wie Parqet, CoPilot oder Cointracking, Blockpit (für Kryptos) auch in ihren Tools anbieten. Oder was ein Steuerberater kann. Kennst du dich sowohl mit der Finanzmathematik, der Semantik der Excel-Formeln und den Steuergesetzen aus und kannst Fehlerfreiheit garantieren, bleibt trotzdem der Aufwand und bei jeder Änderung im Steuerrecht wurschtelst du diese wieder in deine Excel-Formeln rein. Also jährlich... Dazu kommt dann noch die Steueroptimierung, zB Umschichtung in Unterdepots zur Umgehung von ungünstiger FIFO oder Tax Loss Harvesting.

Ich weiss ja nicht, ob der Aufwand lohnt.

Die 1 € Ordergebühren werden als Gestehungskosten in der Steuererklärung angegeben.
 
Ich habe am Freitag nun eine erste, große ETF Positionen verkauft. Auf den Euro genau kommt es mir dabei eigentlich ja nicht an, allerdings blicke ich bei TR nun überhaupt nicht mehr durch: Mein Freistellung von 1000EUR wurde offensichtlich voll verwendet laut Portfolio -> Steuern -> Freistellung. Allerdings habe ich auf der Abrechnung noch etwas über 300EUR Kapitalertragssteuer und Soli gezahlt. Mein Verlusttopf für ETF (Portfolio -> Steuern -> Verrechnungstöpfe -> mittlerer Wert: ETFs, Derivate & Co.) steht heute weiterhin auf 770EUR. Ich dachte, vielleicht wird das ja zum nächsten Bankbearbeitungstag heute erst aktualisiert. Aber nein, es steht da immer noch so. Wieso wird der Verlusttopf nicht genutzt? Ich hatte Anfang des Jahres den Extra schon mal gefüllt, indem ich eine ETF-Position mit Verlust verkauft und ein paar Tage später neu gekauft habe.

So ein Mist, jetzt muss ich mit meiner Steuererklärung wohl doch wegen TR bis April warten, wenn es die Jahressteuerbescheinigung für 2025 gibt :(

Ich finde TR eigentlich übersichtlich, aber nun blicke ich es gar nicht mehr. Mein Scalable Depot finde ich von der Übersicht her dagegen eigentlich erheblich komplizierter.
 
Ich dachte, vielleicht wird das ja zum nächsten Bankbearbeitungstag heute erst aktualisiert. Aber nein, es steht da immer noch so.
Ja, das könnte evtl. sein. Heiligabend ist aber auch kein Bankarbeitstag, der nächste Bankarbeitstag ist erst am Montag 29.12.

Edit: Ich sehe gerade der Post war schon vom Montag, dann weiß ich auch nicht warum das nicht verrechnet wurde.

So ein Mist, jetzt muss ich mit meiner Steuererklärung wohl doch wegen TR bis April warten, wenn es die Jahressteuerbescheinigung für 2025 gibt :(
Das warten kannst du dir sparen. In der Steuerbescheinigung werden die Verluste nicht ausgewiesen. Dafür hättest du bis spätestens 15.12. eine Verlustbescheinigung beantragen müssen. Eine Verrechnung über die Steuererklärung ist damit nicht mehr möglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wirklich? Wieso kann man eine Verlustbescheinigung nicht nachträglich beantragen? Liegt das an TR? Davon abgesehen geht es mir gar nicht um Verluste, sondern um die Freistellung für Verheiratete. Bei TR konnte ich ja immer noch nur 1000EUR Freistellen lassen. Über die Anlage Kap in der gemeinsamen Steuererklärung müsste man sich doch die Kapitalertragssteuer erstatten lassen können, wenn man nicht über 2000EUR kommt?
Bisher habe ich es vermieden eine Anlage Kap auszufüllen, indem ich darauf geachtet habe, nirgends den FSA zu überschreiten. Hat dank TR dieses mal nicht geklappt.
Über kurz oder lang werde ich mich von TR verabschieden, allein wenn ich von den ganzen anderen Problemen, Unregelmäßigkeiten und fehlenden Support hier und anderswo lese. :(
 
Wichtige Frist: Die Verlustbescheinigung müssen Sie bis zum 15. Dezember eines Jahres bei dem Broker oder Kreditinstitut beantragen, bei dem Sie Ihr Depot haben. Beantragen Sie die Verlustbescheinigung zu spät, können Sie diese unter Umständen nicht mit Gewinnen anderer Banken verrechnen.

Sollten Sie die Frist verpassen, können Sie dennoch von der Verlustverrechnung profitieren. Dann allerdings nur noch, wenn Sie in der Folge beim gleichen Broker oder der gleichen Bank künftig Gewinne erzielen. Mit den Gewinnen anderer Depots können Sie die Verluste nach der Frist nicht mehr ausgleichen.
 
Wieso, bei TR gibt es doch den Verlustrechnungstopf, der automatisch mit den Gewinnen verrechnet wird. Das ist doch nur von Bedeutung, wenn man Gewinne bei anderen Banken oder Brokern bei Verlusten bei trade republic mit verrechnen will.
 
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