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stefan

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Trade Republic hat sich mit einem konsequent günstigen Gebührenmodell etabliert: kostenlose Depotführung und gebührenfreie ETF-Sparpläne gehören seit Jahren zum Konzept. Es liegt daher nahe, dass das Unternehmen diese Preisstrategie auch beim geplanten Altersvorsorgedepot weitgehend beibehält. Denkbar wäre lediglich eine geringe jährliche Verwaltungsgebühr im Bereich von etwa 0,00 bis 0,20 %, um den zusätzlichen Aufwand für staatliche Förderungen und steuerliche Abwicklung abzudecken. Hinzu kommen wie üblich die laufenden Fondskosten (TER) der ausgewählten ETFs, die je nach Produkt meist zwischen 0,07 und 0,50 % pro Jahr liegen.

Sollte sich dieses Gebührenmodell bestätigen, dürfte Trade Republic im Marktvergleich zu den günstigsten Anbietern zählen. Gerade bei einer langfristigen Geldanlage wirken sich selbst kleine Kostenunterschiede erheblich auf das Endvermögen aus. Wer beispielsweise über 30 Jahre hinweg monatlich 200 € investiert, durchschnittlich 7 % Rendite erzielt und statt 0,9 % nur 0,2 % jährliche Depotkosten zahlt, kann am Ende rund 25.000 € zusätzliches Vermögen aufbauen. Dieses Kapital bleibt investiert und trägt weiter zum Vermögenswachstum bei, anstatt durch laufende Gebühren aufgezehrt zu werden.

Das Altersvorsorgedepot wird ab 01.01.2027 staatlich gefördert und ersetzt für Neuabschlüsse die bisherige Riester-Rente. Die Förderung erfolgt über staatliche Zulagen, deren Höhe sich nach den eigenen Einzahlungen richtet. Für die ersten 360 € Jahresbeitrag beträgt die Zulage 50 %, für den darüber hinausgehenden Sparbetrag bis zu 1.800 € jährlich werden 25 % gewährt. Dadurch sind Grundzulagen von bis zu 540 € pro Jahr möglich. Für Familien mit Kindern kommen zusätzlich Kinderzulagen hinzu. Darüber hinaus bleibt die steuerliche Förderung durch den Sonderausgabenabzug mit anschließender nachgelagerter Besteuerung der Auszahlungen bestehen. (Deutscher Bundestag)

Auch für bestehende Riester-Sparer gibt es eine interessante Option: Ab dem 1. Januar 2027 können vorhandene Riester-Verträge freiwillig in die neue Fördersystematik des Altersvorsorgedepots überführt werden. Eine automatische Umstellung erfolgt jedoch nicht – wer mit seinem bestehenden Vertrag zufrieden ist, kann ihn unverändert weiterführen. Wer hingegen von den flexibleren Anlagemöglichkeiten und den häufig niedrigeren Kosten eines ETF-basierten Altersvorsorgedepots profitieren möchte, kann sein vorhandenes Riester-Guthaben übertragen. Bereits erhaltene staatliche Zulagen und Steuervorteile bleiben dabei grundsätzlich erhalten. Vor einem Wechsel lohnt sich jedoch ein Vergleich der bisherigen Vertragsbedingungen, da insbesondere ältere Riester-Verträge im Einzelfall attraktive Garantien oder Konditionen enthalten können. (Deutsche Rentenversicherung)
 
Ich hatte das mal ganz grob für Meinen Neffen (18 Jahre, 2. Ausbildungsjahr) berechnet. Über den Daumen bei etwa 0,5 Prozent Gebühren für das AVD fressen die Depotgebühren sämtliche jährliche Förderungen (nur als Single berechnet, sollten Kinder ins Spiel kommen, müsste man das gegenrechnen) komplett auf bis zum Renteneintritt. Das Gesetz sieht eine Deckelung der Kosten erst bei 1 Prozent. Man sollte hier wirklich ganz genau mit dem spitzen Bleistift und Zinseszins rechnen, bevor man sich an einem Anbieter anverttraut.
 
Hallo @betamax65,

könntest du bitte mal posten was und wie du gerechnet hast. Ich habe da ähnliche Befürchtungen wie du, aber bei einem späteren Depotwert von 100000 Euro wären das 500 Euro/a bei 0,5% Depotgebühren. Dann ist die maximale Förderung von 540 Euro schon quasi für die Bank weg. Dann hast du zwar die vielleicht günstigere Besteuerung bei der Auszahlung aber dafür Krankenkasse und Pflegeversicherung und evtl Soli. auch der Aspekt ist glaube ich nicht zu unterschätzen. Also ich bin nicht sicher, ob nicht subventionierte Inventionen in Eigenverantwortung nicht besser sind.
 
Ich bin in meiner Berechnung von folgender Konstellation ausgegangen: Mein Neffe zahlt über die gesamte Laufzeit von 48 Jahren jährlich den Eigenbeitrag von 1.800 € ein, um die maximale staatliche Grundzulage von 540 € pro Jahr zu erhalten (Kinderzulagen habe ich vorerst nicht berücksichtigt).

Über die 48 Jahre summiert sich die staatliche Gesamtförderung somit auf 25.920 €.

Da sich die Depotgebühren immer auf das Gesamtguthaben beziehen, steigen diese mit dem Depotwert massiv an. Bei einer moderaten Wertentwicklung von 6 % p. a. ergeben sich folgende Zahlen:

  • Im 48. Jahr: Die Gebühr für dieses einzelne Jahr liegt bei 4.579,09 € (bei 1,0 % Kosten) bzw. 2.695,36 € (bei 0,5 % Kosten).
  • Über die Gesamtlaufzeit: Es fallen insgesamt 73.172 € (bei 1,0 %) bzw. 41.088 € (bei 0,5 %) an Depotgebühren an.
In beiden Fällen übersteigen die Gesamtkosten die erhaltene staatliche Förderung von 25.920 € deutlich.

Fazit: Bei 0,3 Prozent Depotgebühren beträgt die staatliche Förderung nach 48 Jahren in etwa 10 Euro mehr wie alle gezahlten Depotgebühren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @betamax65 vielen Dank für deine Erläuterungen!!
 
Da sich die Depotgebühren immer auf das Gesamtguthaben beziehen, steigen diese mit dem Depotwert massiv an. Bei einer moderaten Wertentwicklung von 6 % p. a. ergeben sich folgende Zahlen:

  • Im 48. Jahr: Die Gebühr für dieses einzelne Jahr liegt bei 4.579,09 € (bei 1,0 % Kosten) bzw. 2.695,36 € (bei 0,5 % Kosten).
  • Über die Gesamtlaufzeit: Es fallen insgesamt 73.172 € (bei 1,0 %) bzw. 41.088 € (bei 0,5 %) an Depotgebühren an.
In beiden Fällen übersteigen die Gesamtkosten die erhaltene staatliche Förderung von 25.920 € deutlich.
Deine Rechnung passt so nicht, weil du nicht einfach die Förderungen oder die Kosten einfach nur addieren darfst. Die Förderungen sind ja Teil des Invests und erzeugen wiederum durch den Zinseszins Erträge. Genauso senken die laufenden Kosten den Zinseszins.

Vor Steuern erzeugt dein Beispieldepot mit 0,5% Depotgebühren und Förderung einen Endwert von 536.377,41 €.
Ohne AV-Depot Förderung und ohne die 0,5% Depotgebühren wären es nur 489.525,12 €.

ABER:
Beim AV-Depot ist nun der Gesamtbetrag mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Das können beim Spitzensteuersatz bis zu 225,2 TEUR Steuern sein. Bei niedrigerem Steuersatz aber auch viel weniger.

Ohne AV-Depot ist nur der Gewinn mit KapESt zu versteuern. Nach Teilfreistellung sind das maximal 74,4 TEUR Steuern von 490 TEUR Depotwert.
Mit anderen Worten, die Steuer macht den Unterschied und nicht die Förderung.
 
Also ich finde schon das die Depotgebühr ein wesentlichen Anteil des Depot ausmacht. Steuerlich will ich das nicht beurteilen, dazu ist die Steuerbelastung zu individuell.

Endwerte im Vergleich (nach 48 Jahren)​

GebührenszenarioEffektive NettorenditeNominaler Endwert (Jahr 2075)Reale Kaufkraft heute (bei 2 % Inflation)
1,0 % Gebühr5,0 % p.a.453.330 €175.229 €
0,5 % Gebühr5,5 % p.a.536.377 €207.330 €
0,2 % Gebühr5,8 % p.a.594.132 €229.654 €
 
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Also ich finde schon das die Depotgebühr ein wesentlichen Anteil des Depot ausmacht.
Ja, aber die Förderung tut dies halt auch.
Deshalb ist der Endwert mit Förderung trotz zusätzlicher 0,5 % Depotgebühren höher, als ohne AV-Depot (ohne Zusatzkosten aber halt auch ohne Förderung).

NUR (!) die persönliche steuerliche Belastung ist entscheidend. Die ist auch nicht zu individuell.
Ob man im Alter noch so hohe Einkünfte hat, damit der Spitzensteuersatz erreicht wird, lässt sich häufig schon sehr früh abschätzen. Große Vermögen werden selten durch die eigene Arbeitskraft aufgebaut. Darüber hinaus kennen wir sowieso nicht das Steuersystem, welches in 48 Jahren existiert.
Wenn man aber beim AVD mit 30 % Grenzsteuersatz rechnet, wird man bei den Meisten auf der sicheren Seite liegen. Macht 160.913 Steuern beim AV-Depot. Nominale Nachsteuerrendite 289.064 (536.377 - 160.913 - 86.400 = 289.064).

Beim einfachen Sparplan sind es 328.698 € Nachsteuerrendite (489.525 - 74.427 - 86.400 = 328.698).

Gleichstand bestände bei 22,6% Grenzsteuersatz. Ist der individuelle Steuersatz noch niedriger, gewinnt das AV-Depot bei der Nachsteuerrendite.
 
Ich kann gerade nicht mehr Editieren. Ich meinte natürlich oben nicht Nachsteuerrendite, sondern Nachsteuerdepotwerte von 289.064 u. 328.698 Euro.
 
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